Buchverrückt
Wenn Kinder freiwillig zu Viellesern werden
Freiwillig in den Ferien lesen? Und dann auch noch mehrmals pro Woche in die Bibliothek kommen, um sich mit neuen Büchern einzudecken? Der Sommerferienleseclub zeigt, wie schnell aus Lesen echte Begeisterung werden kann – wenn die richtigen Geschichten und Ideen zusammenkommen.
Sommerferien und Lesen – für manche Kinder gehört das ganz selbstverständlich zusammen. Andere müssen erst entdecken, wie viel Spaß zwischen zwei Buchdeckeln stecken kann. Genau hier setzt der Sommerferienleseclub an, an dem auch die Stadtbibliothek Oettingen teilnimmt.
Ähnliche Ferienaktionen gibt es in vielen Bundesländern und Bibliotheken. Das Prinzip: Kinder bekommen Zugang zu nagelneuem Lesestoff und können nach Lust und Laune Geschichten entdecken. Doch beim bloßen Lesen bleibt es nicht.
Lesen, sammeln, kreativ werden
Story-Checks ausfüllen, Bücher bewerten, eigene Buchcover gestalten und unterschiedliche Lese-Challenges meistern: Für die verschiedenen Aufgaben sammeln die Kinder Stempel in ihrem Clubheft. Und das freiwillig, in den Sommerferien!
Was zunächst nach einem kleinen Anreiz klingt, entwickelt schnell eine ganz eigene Dynamik. Manche Kinder kommen mindestens zweimal pro Woche in die Bibliothek, um sich mit neuem Lesestoff einzudecken. Sie sammeln ihre Stempel, dokumentieren stolz, was sie geschafft haben, und machen sich auf die Suche nach der nächsten Geschichte.
Die Buchmagie funktioniert. Natürlich erreichen solche Aktionen nicht automatisch alle Kinder, die von zusätzlicher Lese- und Sprachförderung profitieren könnten. Sie zeigen aber sehr anschaulich, was möglich ist, wenn Lesen nicht als Pflicht daherkommt, sondern mit Entdecken, Kreativität und eigenen Entscheidungen verbunden wird.
Welche Bücher machen „buchverrückt“?
Besonders spannend ist natürlich die Frage: Welche Geschichten konnten die jungen Leserinnen und Leser gar nicht mehr aus der Hand legen? Das wollten wir nicht von Erwachsenen beurteilen lassen. Die Kinder selbst haben ihre Lesefavoriten ausgewählt und in kurzen Statements erzählt, warum gerade diese Bücher bei ihnen besonders gut angekommen sind.
„Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück” von Mia Andersen
Das ist der absolute Top-Favorit der Mädchen ab 10 Jahren. Woran es wohl liegt? An dem nostalgischen Cover? An dem modernen Text mit Comicseiten? An der herzerwärmenden Freundinnengeschichte, die in endlosen Sommerferien eine erste Liebe erleben, sich zoffen, pubertäre Schwierigkeiten überwinden oder einfach Spaß zusammen haben? Lene liebt den Sommer, Eis essen, am Strand liegen, mit ihren Freundinnen tolle Sachen machen. Und außerdem ist sie verliebt in Mats. Doch als ein anderes Mädchen auftaucht, scheint Mats nur noch Augen für sie zu haben. Werden die Ferien doch nicht so schön wie gedacht?
Die Leserinnen sind sich einig: das ist ein echtes Mädchenbuch, man fühlt sich abgeholt im eigenen Gefühlschaos, am liebsten möchte man mit den Mädchen in der Geschichte befreundet sein. Bestes Lesefutter also!
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Welche weiteren Geschichten bei den Kindern für Lesefieber gesorgt haben und was sie über ihre Lieblingsbücher sagen?
Noch mehr „Buchverrückt“-Lesetipps und die Favoriten aus dem Sommerferienleseclub gibt es in der neuen FOU-Ausgabe „Kinder- & Jugendbuch“.







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