Buchreihen, die süchtig machen
Manche Bücher liest man und stellt sie anschließend zurück ins Regal. Andere bleiben. Nicht nur im Bücherregal, sondern in unserer Erinnerung – verbunden mit Einschlafritualen, Reisen, Kinderzimmern, Lachanfällen und ganz besonderen Momenten.
Gabi Graf ist leidenschaftliche Leserin und Mama von vier Kindern. Wenn sie heute vor dem Familien-Bücherregal steht, sieht sie deshalb weit mehr als eine Sammlung von Kinderbüchern. Viele der Geschichten erzählen gleichzeitig ein kleines Stück ihrer eigenen Familiengeschichte. Und die beginnt vor mehr als 20 Jahren mit einem kleinen Siebenschläfer.
Mit Bobo über den Atlantik
2003 steht für Gabi und ihre knapp zweijährige Tochter eine lange Reise nach Amerika bevor. Ein dickes Märchenbuch im Handgepäck? Eher unpraktisch. Ihre Buchhändlerin empfiehlt ihr Bobo Siebenschläfer – klein, handlich und damit der perfekte Reisebegleiter.
Bobo fliegt mit über den Atlantik und wird heiß geliebt. So sehr, dass das Buch die Reise und viele weitere Vorlesestunden nicht ganz unbeschadet übersteht. Die Geschichten kann Gabi irgendwann auswendig. Und damit ist Bobos Karriere im Familien-Bücherregal noch lange nicht beendet: Auch für die jüngeren Geschwister wird der kleine Siebenschläfer später zum Einstieg in die Welt der Bücher.
Geschichten, die den Familienalltag begleiten
Vorlesen gehört von Anfang an zum Abendritual der Familie. Die Kinder werden älter, der Lesestoff verändert sich – das gemeinsame Lesen bleibt. Irgendwann zieht Conni ins Kinderzimmer ein. Kindergarten, Arztbesuch oder ein neues Geschwisterchen: Conni erlebt vieles, was auch im echten Kinderleben passiert. Ihre Geschichten erklären, begleiten und machen Mut. Und manchmal findet Conni sogar die richtigen Worte für Situationen, in denen sie Gabi als Mama selbst fehlen.
Mit „Briefe von Felix“ kommt ein weiterer Familienliebling hinzu. Der kleine Kuschelhase reist um die Welt und schickt seiner Sophie Briefe aus der Ferne. Dabei zeigt sich etwas, das wohl viele Eltern vom Vorlesen kennen: Kinder brauchen nicht ständig eine neue Geschichte. Ein Lieblingsbuch darf wochenlang Abend für Abend vorgelesen werden. Und wehe, Mama versucht dabei irgendwann, heimlich ein Wort auszulassen oder eine Seite zu überspringen. Die Kinder merken es garantiert.
Jeder liest anders vor
Auch das gehört zu den Erinnerungen: Dieselbe Geschichte klingt nicht bei jedem Menschen gleich. Papa liest anders vor als Mama. Stimmen verändern sich, andere Stellen bringen einen zum Lachen und vielleicht werden auch ganz unterschiedliche Details wichtig. So wird aus demselben Buch jedes Mal ein etwas anderes gemeinsames Erlebnis.
Und mit den Jahren wächst nicht nur das Bücherregal. Auch die Kinder entwickeln ihren eigenen Lesegeschmack. Neue Figuren ziehen ein, alte Lieblinge bleiben – und manche Geschichten begleiten die Familie über viele Jahre und mehrere Kinder hinweg.
Welche Buchschätze stehen in eurem Regal?
Vielleicht steht auch bei euch dieses eine zerlesene Kinderbuch im Regal, das eigentlich längst ersetzt werden müsste – aber niemals weggegeben werden darf. Ein Buch, bei dessen Cover sofort eine Erinnerung auftaucht. An den Urlaub, in dem es immer dabei war. An die Geschichte, die jeden Abend vorgelesen werden musste. Oder an das erste Buch, das ein Kind ganz allein verschlungen hat.
Denn Lieblingsbücher erzählen manchmal nicht nur die Geschichte, die zwischen ihren Buchdeckeln steckt. Mit der Zeit erzählen sie auch ein Stück unserer eigenen.
In der neuen FOU nimmt uns Gabi Graf mit durch mehr als zwei Jahrzehnte Familien-Bücherregal – von Bobo Siebenschläfer, Conni und Felix über Pettersson und Findus bis zu den Büchern, die ihre Töchter später selbst für sich entdeckten. Noch mehr „Buchschätze – Bücher, die in jedes Regal gehören“ gibt es in der neuen FOU-Ausgabe „Kinder- & Jugendbuch“.







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